| TKO | Leukämie Erfahrung |
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Glück für CMLer ist es, daß Imatinib entwickelt wurde. Im besten Fall bremst Imatinib den Krebs für immer, zumindest hoffentlich länger als die in Einzelfällen über zehn Jahre mit Interferon und vor allem deutlich nebenwirkungsärmer. Glück ist es als CMLer auch, in der BRD zu leben und krankenversichert zu sein, denn nie würde ich mir die monatlichen fast 5000 Euro für Glivec (oder das etwas billigere Interferon) selbst verdienen können, weshalb ich wohl in den meisten Ländern der Welt zum baldigen Tod verurteilt wäre. Vielleicht ist eine Wiederkehr in meinen Beruf oder überhaupt ins Erwerbsleben jenseits der 50 - ganz egal wie nebenwirkungsfrei der Krebs kontrolliert wird - nicht sehr realistisch, da es zur Zeit für jede Art Job zu viele jüngere Bewerber gibt. Falls die Endphasen doch nicht bis zu meinem natürlichen Lebensabend verhindert werden können, werden sie auch wahrscheinlich nicht von einem auf den anderen Tag ihre volle Wucht entfalten. Ich laufe zwar nicht Gefahr, plötzlich auszufallen, doch wird dieses Argument kaum einen Arbeitgeber dazu bringen, mich einzustellen. Vielleicht darf ich aufgrund der mittlerweile vorliegenden Forschungsdaten zur Langzeitwirkung von Glivec fast erwarten, dass für mich der Krebs dauerhaft beseitigt ist. Vielleicht bleibt dennoch - trotz Gesundheit - schließlich nur eine Existenz auf Grundversorgungsniveau (Minijobs, Rente, Arbeitslosengeld II), aber dank Glivec eben nicht als überwiegend verdämmerten und verkürzten Lebensabend sondern als wirklich lebenswertes Leben trotz beruflicher/existenzieller Einbußen. Zwar bleibt auch mit Glivec noch etwas Angst vor einem möglichen langsamen Ende auf einer Intensiv- oder Palliativstation. Doch darüber und über solche Dinge wie ein Testament oder eine Im Vergleich zum Jahr vor Entdeckung der Leukämie, in dem ich, ohne es zu wissen, kräftemäßig aus dem letzten Loch pfiff, bin ich heute zweifellos nicht nur positiver sondern auch viel leistungsfähiger. |