|
Die neue * Wunderdroge gegen
CML ist der Wirkstoff Imatinib (Handelsname BRD: *
Glivec, USA: * Gleevec. Pharmazeutisch: STI571 (signal transduction inhibitor 571)). Imatinib ist das jüngste Ergebnis einer intensiven Forschung nach Stoffen, die gezielt nur in den Stoffwechsel der Krebszellen eingreifen, und so kaum Nebenwirkungen erzeugen. Es wirkt nicht breitbandig wie Chemotherapie oder Interferon, sondern fast nur auf solche Zellen, die als Folge der falschen genetischen Bauanleitung eine krankhaft vermehrte Aktivität von BCR-ABL-Tyrosinkinase aufweisen (bisher nachgewiesen: Chronische Myeloische Leukämie, Akute Lymphatische Leukämie, Darmkrebs * GIST). Imatinib blockiert die Wirkung der Tyrosinkinase und stellt so den Regler, den das zu starke Vorhandensein dieses Botenstoffs aufdreht, wieder zurück.
1992 wurde Imatinib von Forschern des Pharmakonzerns Novartis mit Methoden des molekularen drug-design synthetisiert. 1998 begannen klinische Tests an Patienten. Die Wirkung war so umwerfend, daß es im Schnellverfahren im Mai 2001 in den USA und am 7. November 2001 EU-weit zur Behandlung von CML zugelassen wurde. In der terminalen Blastenkrise verlängert Imatinib das Leben um drei bis sechs Monate, in der Akzelerationsphase um ein bis drei Jahre und in der chronischen Phase - in der ich mich noch befinde - vermutlich mindestens fünf bis zehn Jahre.
Anfangs nahm ich täglich abends 400 mg, seit 29.10.03 wurde meine Dosis auf 600 mg täglich erhöht um noch bessere Knochenmarkwerte zu erzielen.
Während ich mich unter Interferon auch noch nach einem Jahr ständig und erheblich krank gefühlt habe, sind damit verglichen Glivecs Nebenwirkungen gering und es geht mir jetzt so gut, daß ich meist kaum noch an den Krebs erinnert werde. Ich erlebte ein überwältigendes Aufwachen.
|