TKO Leukämie Erfahrung
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  Behandlung   Vermeidung der Knochenmarktransplantation   Kur

Im Juli 2002 schickte mich die Krankenkasse zur Kur in die * Bavaria-Klinik nahe Passau in Bayern. („ Ausgerechnet! Wo ich mich doch gar nicht zu Wald und Bergen hingezogen fühle und wegen meiner defekten Hüfte Wandern auch nicht gerade mein Hobby ist.“, hörte ich mich undankbar grummeln.) Die Maßnahme konnte mir immerhin zeigen, daß mir auch unter Interferon Schwimmen viel Freude macht. Auch die Fußreflexzonenmassage war himmlisch. In eine „Kuranstalt“ wie diese möchte ich dennoch nicht wieder.
Bavaria wirbt damit, auf hämatoonkologische Fälle spezialisiert zu sein. Tatsächlich war ich der einzige CMLer unter 400 Patienten, so daß ich keinen Erfahrungsaustausch z.B. zum Thema „Interferon-Nebenwirkungen“, das mich damals sehr beschäftigte, finden konnte (und später in einer Leukämie-Selbsthilfe-Gruppe in Köln fand.
In einem Pflicht(!)vortrag über Leukämien wurde Interferon einfach als das Standard-CML-Heilmittel bezeichnet. Erwähnt wurde nicht, daß das nur in einem Prozent der Fälle gelingt. Falls Glivec erwähnt wurde, dann so unangemessen beiläufig, daß es mir entging.
Ein Kurarzt empfahl mir nach der Untersuchung Erwerbsunfähigkeitsrente auf Zeit.
Für die vierte Woche (eine Verlängerung), gelang es dem Kurbetrieb nicht, mein Interferon zu besorgen, so daß ich ungeplant eine Woche Interferon-Pause hatte, in der es mir ungewohnt gut ging.

In den Monaten nach der Kur ging es mir schlechter als vorher. Zwei Monate später wurde die Interferon-Behandlung abgesetzt und ab Oktober 2001 mit Imatinib begonnen.

Nach dem Wechsel zu Imatinib reichte ich im November 2002 auf nachdrückliche Aufforderung (Drohung, Krankengeld zu streichen) der Krankenkasse erneut einen Kurantrag ein, um meine Arbeitsfähigkeit weiter aufzupäppeln. Bis heute habe ich jedoch nichts mehr davon gehört und Nachfragen bei Krankenkasse und Arbeitsgemeinschaft für Krebsbekämpfung (ARGE) blieben erfolglos, der Antrag war verloren gegangen. Ich bestand nicht darauf, denn die Annehmlichkeiten einer Kur, wie der letzten, wiegen in meinen Augen den Vorteil, zu Hause zu sein und mich Dank Imatinib meiner Lebensgestaltung widmen zu können, nicht auf.

Der Bavaria Klinik verdanke ich zumindest eine erlebnisreiche Unterbrechung der trüben Interferon-Zeit.