TKO Leukämie Erfahrung
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  Imatinib   Nebenwirkungen

Ein seltsames Benommensein überfiel mich oft in den ersten Wochen, derart, daß ich dachte, ich müsse gleich umfallen, was aber nie passierte.
Ein bis zwei Stunden nach der Einnahme treten manchmal Sodbrennen und meistens Bauchbeschwerden auf, die nach ein paar Stunden (unter Geräuschentwicklung im Bauch, ein ungeheures Blubbern und Brummen) vorübergehen. Die Kapseln mit einer größeren Menge Nahrung zu schlucken und viel Wasser zu trinken, hilft. Gegen das beängstigende Gefühl, einen prall gefüllten Gasballon im Leib zu haben, der von unten auf Magen, Leber und Milz drückt, um jeden Moment zu platzen, half schließlich sab simplex (anfangs fast 10 mg täglich).
Es gab anfangs und erneut zwei Monate lang nach der Dosiserhöhung heftige, zu Beginn jeweils explosive Diarrhöen, gegen die ich nichts außer Schockolade nahm. Dronabinol (ca. 15 mg täglich) wirkt ausgezeichnet gegen Übelkeit/Unwohlsein und trübe Stimmung, aber - wie auch unter Interferon - bei heftigen Bauchbeschwerden eher ungünstig sensibilisierend.
Gelegentlich melden sich sehr heftige aber extrem kurze Knochenschmerzen.
Muskelkrämpfe können blitzartig gemein auftreten, vergehen aber schnell und sind, wenn ich ausreichend Magnesium (300 bis 400 mg täglich) nehme, selten. Muskelkrämpfe hatte ich früher nie.

[Zu Beginn und seither zweimal wieder hatte ich wochenlang eine Ischialgie (Schmerzen im rechten Bein), die sehr unangenehm waren und einem den ganzen Tag und die Nacht verderben. Ibuprofen oder Acetylsalicylsäre (ASS) halfen nur wenig, deutlich besser Diclofenac (Voltaren) oder - was ich erst Anfang 2004 entdeckt habe - eine heisse Wärmflasche auf den unteren Rücken. Da die Ischialgie nur einseitig auftritt, vermuteten Onkologe und Orthopäde eine rein orthopädische Ursache, Glivec würde eher beidseitig Schmerzen erzeugen. Tatsächlich fand eine Röntgendiagnose einen Bandscheibenvorfall.]

Durch Einnahme von Glivec beim Abendessen stören diese Nebenwirkungen nicht den Tag. Am dauerhaft unangenehmsten finde ich die starke Benommenheit, Schläfrigkeit, Apathie, die ca. ein bis zwei Stunden nach der Einnahme beginnen und mindestens ebenso lange anhalten. Seit der Erhöhung auf 600 mg täglich sind sie anfangs etwas stärker geworden, aber immer noch deutlich von der ganztägigen Interferon-erzeugten-Trübnis entfernt.
Nach der Gewöhnung an die höhere Dosis bestätigt sich das schon Anfang 2003 erlebte Aufwachen.