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Wie Herr K. wurde, was er meint zu sein

Prolog

Auch wenn wir alle mittendrin sind im ewigen Leben, restlos geborgen in Gottes bedingungsloser Liebe, so wirkt doch Satan als eine Macht, die ihre Kraft aus der Angst des Menschen um sich selbst bezieht, die begründet ist in seiner Verletzbarkeit und Todesverfallenheit. Die psychische Systemreferenz schließt durchaus eine collektive Dimension mit ein, so dass der Wahlspruch der Hyperboräer dereinst lautete: "Wo collektives Unbewusste war, wird collektives Bewusstsein werden. Im Sinne einer globalen Vernetzung über das Zentralgestirn bleibt uns dann nur noch, dem Planeten ein fröhliches und freies Bewusstseins-Werden zu wünschen.

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Herr K. war als Kind der Sonnenschein seiner seit Jahrzehnten tieftraurigen Eltern. Seinen Schulkameraden war er ein leuchtendes Vorbild; und seine Lehrerinnen staunten nur so, ob dieser, ihnen verlustig gegangener Lebensfreude.

Doch dann geschah es eines Tages, während der Vorbereitung zur Leibesertüchtigung in einer dunklen und muffigen Umkleide, dass ein Geselle Satans seinen Weg kreuzte, und noch ehe Herr K. dies überhaupt bemerkte, sich beim ihm einnistete, indem der dunkle Gesell die Form eines Pilzes annahm und von Herrn K.'s Schleimhaut in der rechten Kieferhöhle Besitz ergriff.

Je mehr er sich auf Herrn K.s Schleimhäuten ausbreitete, umso mehr glich sich Herrn K.'s Verhalten, dem eines Raubkäfers an, der mit raffgierigen Fühlern seine Umgebung sondiert.
Ein letzter Rest von Herrn K., wie Herr K. mal war, merkte noch, dass etwas nicht stimmte, doch die Scham war bereits so groß über das Ungeheuerliche, was sich in ihm vollzog, dass er begann ein großes Geheimnis daraus zu machen. Zu dieser Zeit stellten die Lehrer mit Erleichterung fest, dass Herrn K.'s unkontrollierbare Lebensfreude verflogen war, und er pädagogischer Einwirkung nichts mehr entgegenzusetzen hatte. Im Laufe der Zeit ergriff der dunkle Gesell auch von Herrn K.'s Gehirn Besitz, eine dunkle, schleimig-braune Masse nistete schließlich noch im letzten Ventrikel.
Der dunkle Höllenphuhl waberte und sabberte in seinen Körperhöhlen, die schleimige Masse sonderte moralinsaure Schwaden der Zersetzung und Verwesung ab.
In jener Zeit war Herr K. bereits ein Mit-glied der herrschenden Oligarchie, und so wie der dunkle Gesell ihm die Lebensfreude entzog, so presste er all die ihm Untergebenen aus, bis er es an die Spitze des Landes schaffte, unter anderem leitete er eine Kommission, deren Ziel es war, dem dunklen Gesellen möglichst viele Kopfhöhlen zu öffnen und fruchtbar zur Besiedelung werden zu lassen.

Epilog

Dieser Text wurde in Neuer Linkschreibweise verfasst und SO gewollt. Etwaige formale Einwendungen sind zu richten an: Heinrich Hölller, Reichsführer der Nationalen-Rechts-Schreib-Schutz-Staffel. :-)


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